Jürgen Niermann Naturfotografie

Blitzdiffusor für die Makrofotografie

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Ein geeigneter Diffusor vor dem Blitz sorgt für eine gleichmäßige Ausleuchtung durch weiches Licht und vermeidet Überstrahlungen auf glänzenden Oberflächen. Als gute Lösungen für die Makrofotografie gelten die Diffusoren für Aufsteckblitze von Cygnustech aus Australien oder AK Diffuser aus Florida. Diese werden vom Hersteller an die eigene Kamera-Objektiv-Blitz-Kombination angepasst, müssen dafür aber im außereuropäischen Ausland bestellt werden. Den AK Diffusor für eine bestimmte Kombination von OM System gibt es auch im (deutschen) OM System-Shop (https://explore.omsystem.com/de/de/ak-macro-flash-diffuser-size-l). Eine "Makro-Blitzdiffusor-Softbox" von Guage wird in unterschiedlichen Größen über Amazon angeboten. Ich hatte die Gelegenheit, die Größe "Small Size II" in Augenschein zu nehmen und einige Probeaufnahmen zu machen. Das Ganze erinnert stark an den AK Diffuser.

An all diesen Konstruktionen stört mich, dass sie beim Transport etwas sperrig sind. Auch auseinander gebaut passen sie nicht so richtig in einen kleineren Fotorucksack. Nach mehreren Versuchen mit einer festen Hülle habe ich mir deshalb diesen Diffusor mit einer weichen Abdeckung gebaut.

Blitz-Diffusor-Kombi, Seitenansicht
Blitz-Diffusor-Kombi, Frontansicht
Blitz-Diffusor

Die Streuscheibe ist aus einem Lampenschirm ausgeschnitten. Eine geeignete Hängeleuchte "Melodi" gibt es bei IKEA für weniger als 7 €. Das Material ist weich genug, um es mit einer Haushalts- bzw. Nagelschere zu schneiden, und reicht für mehrere Streuscheiben. Ich habe sie auf einen vorhandenen Adapterring geklemmt. Je nach Beschaffenheit des Objektivs lässt sie sich aber auch mit einem Filteradapter festklemmen oder mit einer Schnur befestigen.

Blitz-Diffusor-Kombi, Seitenansicht
Streuscheibe, Frontansicht
Streuscheiben-Befestigung

Die Hülle ist aus einem preiswerten Faltreflektor gefertigt und an der Steuscheibe angenäht. Die Löcher habe ich mit einer erhitzten Nadel eingestochen. Die "Endfertigung" erfolgt am zusammen montierten Fotogerät. Es empfiehlt sich, das Reflektortuch großzügig zuzuschneiden und dann zunächst das - rechteckige - Endstück, das um den Blitzkopf gelegt wird, zu nähen. Dachach wird das gegenüberliegende Ende in der Mitte der Streuscheibe angenäht und von dort folgend entlang der Ränder. So gelingt es ganz gut, die Hülle im montierten Zustand glatt und etwas auf Spannung zu halten. Der überzählige Stoff kann dann abgeschnitten werden.

Die Streuscheibe funktioniert auch ohne äußere Umhüllung. Diese "sammelt" das Licht jedoch und führt zu einer Verbesserung von 1 Blendenstufe. Die Farbe der Oberfläche, weiß oder silber, macht keinen nennenswerten Unterschied.

Für eine gleichmäßge Ausleuchtung ist es nötig - wie bei den kommerziellen Modellen auch -, den Blitz in Weitwinkelstellung zu verwenden.

erleuchteter Diffusor
Blitz in (automatischer) Telestellung
erleuchteter Diffusor
Blitz mit WW-Streuscheibe

Der Diffusor ist nicht völlig farbneutral. Dies lässt sich aber leicht und standardisiert bei der Entwicklung der RAW-Bilder korrigieren, da das Blitzgerät immer mit derselben Lichtfarbe leuchtet. Dazu habe ich als "Referenz" die RAW-Aufnahme einer Graukarte mit Diffusor abgespeichert. Die Farbverschiebung lässt über die Funktion (bei DxO Photolab) "Pipette für Weißabgleich" leicht korrigieren. Über "Bild => Korrekureinstellungen kopieren" und "Bild => Korrektureinstellungen einfügen" lässt sich der Weißabgleich im Zielbild anpassen, auch wenn keine neutralgrauen (oder weiße oder schwarze) Bereiche vorhanden sind.

Histogramm
Blitzaufnahme einer Graukarte
Histogramm
... mit Diffusor
Histogramm
... nach Korrektur

Auch bei dem vorgenannten Diffusor von Guage war eine leichte Farbverschiebung festzustellen. In manchen Selbstbauanleitungen werden Polystyrol oder Polypropylen in 0,5 mm Stärke als Diffusormaterial empfohlen (gibt's bei Hornbach: Polystyrolplatte weiß 500 x 400 x 0,5 mm), auch das verursacht eine Farbverschiebung, eher noch stärker als beim IKEA-Lampenschirm.

Hier ein paar Hinweise zur Doppel-Polarisations-Blitztechnik.