Jürgen Niermann Naturfotografie

Fotoverstecke in Spanien - Hides de El Taray

www.hideseltaray.com

Verschiedene Hides auf dem Gebiet einer aufgegebenen Finca um ein flaches, mit Röhricht umstandenes Gewässer (Laguna de El Taray) in der La Mancha Húmeda (=feucht), ca. 125 km südöstlich von Madrid.
Ich war vom 22. bis 26. Juni 2026 dort. Hauptgrund für die Entscheidung zu einem Besuch dort und zu dieser Jahreszeit war die Möglichkeit, aus Schwimmverstecken fotografieren zu können.
Der Begriff „Laguna“ bedeutet hier kleiner, flacher See. Dieser hat einen Zufluss von einem nahe gelegenen Fluss. Die benachbarten „Lagunas“ haben das nicht und waren auch alle ausgetrocknet. Das Hauptwirtschaftsgebäude (Casa de Labor) liegt von der Hauptstraße entfernt und muss über Schotterstraßen angefahren werden, was auch für Straßenfahrzeuge mit normaler Bodenfreiheit unproblematisch ist.
Die festen Hides, die ich besucht habe, haben alle eine Spiegelglasscheibe von guter Qualität, bequeme Sitzgelegenheiten und für dringende Bedürfnisse befindet pro Person ein kleiner Kanister mit großer Öffnung darin. Es gibt Lüftungsöffnungen und ich bekam ausreichend starke Ventilatoren, um die Hitze erträglich zu machen. Meist handelt es sich um Hides für 2 Personen, die dafür auch ausreichend groß sind. Treffpunkt ist jeweils am Haupthaus, von dort fährt ein Mitarbeiter die Kunden zum Versteck und platziert das Köderfutter. Die angebotenen Mehlwürmer waren offensichtlich frisch, zumindest teilweise lebten sie noch. Alle Stellen, auf denen Lockfutter angeboten wurde, waren gut gestaltet und vermittelten einen halbwegs natürlichen Eindruck. Das Futter war jedenfalls in der Anfangsphase immer unsichtbar. Auch alle sonstigen Sitzgelegenheiten für die Vögel sind sinnvoll angeordnet in Bezug auf den Hintergrund oder um kurze Flugstrecken vorzugeben. An einigen Hides befindet sich eine kleine „Bodenlandschaft“ auf einer Plattform in Augenhöhe. Diese sind aus Zement, Steinen, ggf. Ästen und sonstigen pflanzlichen Materialien gefertigt und vermitteln ebenfalls einen naturnahen Eindruck.
Aus meiner Sicht ist die ganze Anlage sehr durchdacht angelegt und das Angebot insgesamt von guter Qualität. Der Webauftritt – einschließlich sehr detaillierter Beschreibung der Fotomöglichkeiten bei den einzelnen Hides – erfolgt nur in spanischer Sprache. Meine Buchungsanfrage wurde aber unproblematisch auf Englisch beantwortet. Hides de El Taray ist auch gerne bei der Reservierung einer Unterkunft im 15 km entfernten Villacañas behilflich.

Während meines Aufenthalts ging die Sonne gegen 6:45 Uhr auf und gegen 21:45 Uhr wieder unter. An den ersten drei Tagen betrugen die Tageshöchsttemperaturen um 39 °C, nachts kühlte es auf ca. 20 °C ab. Es war meist sonnig mit dünnen Schleierwolken, im Laufe des Tages aufkommender, recht starker Wind aus SO. An den anderen Tagen betrug die Höchsttemperatur nur noch 32 °C, die Tiefsttemperatur ca. 17 °C, an allen Tagen bei niedriger Luftfeuchtigkeit.

Laguna de El Taray
Laguna de El Taray

Eine Woche vor der Reise bekam ich auf Nachfrage den vorgesehenen Ablaufplan.

Montag, 22.06.
Morgens Flug nach Madrid und von da mit dem Mietwagen nach Villacañas, Hostal Prickly. Die Anfahrt von dort nach El Taray dauert gut zwanzig Minuten. Um 17:30 Uhr sollte ich am Treffpunkt sein.
Hide de Carraca de la Lagunita
… für 2 Personen, nach Ostnordost ausgerichtet, ca. zwei Meter hoch. Zehn Meter davor auf Augenhöhe links eine Nestbox für Blauracken, vorne mit Rinde verkleidet, und rechts, ca. fünf Meter auseinander, auf einer Plattform eine „Bodenlandschaft“. Nach kurzer Anfahrt dauerte der Ansitz dann von 17:45 Uhr bis 20:30 Uhr. Das Brutpaar hatte schon recht große Junge, die sicher kurz vor dem Ausfliegen standen. Auf der Plattform wurden Mehlwürmer ausgestreut und sofort kamen zahlreiche Einfarbstare. Zehn Minuten später erschienen auch die Blauracken, die hin- und herflogen und ihre Jungen mit Mehlwürmern fütterten. Die anwesenden Stare wurden akzeptiert, Elstern und Dohlen von den Racken jedoch vertrieben. Nach einer halben Stunde waren die Mehlwürmer verbraucht. Die Racken kamen aber auch danach noch häufig und verfütterten fast ausschließlich große Heuschrecken. Ab und zu kamen noch Stare und ein Wiedehopf zur „Nachschau“ auf die Plattform.
Dienstag, 23.06.
morgens: Hidrohide
Die erste von zwei der gebuchten Fototouren mit dem Schwimmzelt begann um 06:15 Uhr am Haupthaus mit der Auswahl und dem Anziehen eines passenden Neoprenanzugs (Wetsuit) sowie von -füßlingen. Die Fahrt zur Einstiegsstelle im Osten des Sees dauerte fünf Minuten. Dort lagerten einige Schwimmzelte des Herstellers Leofoto. Mir wurde auch die Benutzung eines Gimbal angeboten, ich habe jedoch lieber meinen FlexShooter auf dem Schwimmkörper befestigt. Außerdem gab es noch eine wasserdichte Plastikbox für Ersatzbatterien und anderes Zubehör. Ich habe darin einen Telekonverter mitgenommen, was sich später als sehr sinnvoll erwies. Auf dem Schwimmer des Zelts ist genügend Platz und es liegt so stabil im Wasser, dass der Wechsel unproblematisch gelang. Es können wohl bis zu vier Fotografen teilnehmen, ich war alleine mit dem Guide Francisco, der mich ständig begleitete. Um 06:40 Uhr haben wir die Zelte durch eine schmale Schneise durch den mehrere Meter breiten Röhrichtgürtel zum offenen Wasser geschoben. Die Wassertemperatur war sicher über 20 °C, die Lufttemperatur 20 °C (bis 31 °C steigend), zunächst windstill, später aufkommender Wind. Die offene Wasserfläche hatte vielleicht einen Durchmesser von 250 m bei einer Wassertiefe von ca. 65 cm bis 90 cm. Wir haben uns im Uhrzeigersinn entlang – und vor allem zu Beginn am Rande – des Schilfgürtels bewegt und den See praktisch einmal umrundet. Die Fortbewegung erfolgte damit meist kniend im dünnen Bodenschlamm, auf Dauer durchaus anstrengend wegen der ungewohnten Körperhaltung. Gegen 09:30 Uhr habe ich meinem Führer signalisiert, die Aktion zu beenden. Im trocken gebliebenen Teil des Neoprenanzugs war es dann auch schon ziemlich warm.
Im See standen – fast bis zum Bauch im Wasser – ca. 100 ganz überwiegend juvenile Flamingos, die unsere Anwesenheit ziemlich lange tolerierten, später jedoch wegflogen. Außerdem schwammen mehrere Paare Schwarzhalstaucher, einige Zwergtaucher, eine Tafelente, eine Moorente und eine Kolbenente – alle mit Jungen –, wenige Haubentaucher, davon einer brütend, und eine Weißkopf-Ruderente auf dem Wasser. Häufig flogen Rohrweihen auch in kurzer Entfernung vorbei, waren aber wegen der beschränkten Schwenkmöglichkeiten nach oben nicht zu erreichen.
In der Nähe des nördlichen Ufers befindet sich dauerhaft eine „Schwimmzelt-Attrappe“. Die Vögel nehmen die Schwimmzelte aber trotzdem als Fremdkörper wahr und halten Abstand bzw. weichen zurück. Ein einzelner Schwarzhalstaucher schwamm zwar auch mal nur 9 m entfernt vorbei, an die Junge führenden Tiere konnte ich mich jedoch bei diesem ersten Versuch nur selten auf weniger als 20 m nähern, die Tauchenten blieben eher noch etwas weiter weg, die Weißkopf-Rudernente duldete überhaupt keine Annäherung.
Nach dem Ende der Tour fährt man im nassen Neoprenanzug auf einem offenen Anhänger zurück zum Haupthaus, wo es die Gelegenheit zu einer warmen Dusche gibt.

An sich war für den Nachmittag der Hide de Compuertas Flotantes (new „El Baño“-hide) vorgesehen. Der war aber seit Tagen nur schwach frequentiert und vor allem waren auch keine Marmelenten mehr gesichtet worden, daher bekam ich die Empfehlung für den ...

Reflejos Hide
Schwimmende Hides
Reflejos Hide
Dabei handelt es sich um 2 Kabinen für jeweils 2 Personen auf einer schwimmenden Plattform in einem durch Schilf umstandenen Teich. Diese sind nach Ostnordost ausgerichtet. Der Zugang erfolgt per Boot, das vom Guide – in Wathose – vielleicht 30 m geschoben wird. Vor dem Hide ragen in zehn Metern Entfernung drei „Sitzhölzer“ nur knapp über die Wasseroberfläche hinaus. Man blickt auf einen Hintergrund aus Schilfrohr in ca. 25 m Entfernung. Auf den Hölzern werden Hühnerteile als Köder befestigt.
Es war nur eine kurze Fahrt dorthin, aber mit dem Bootstransport zusammen mit einer weiteren Fotografin und bis dann alles eingerichtet war, dauerte es bis 18:45 Uhr. Bereits nach fünf Minuten erschien ein Rohrweihen-Weibchen – leider mit störenden Flügelmarken –, und nach zehn Minuten ein Männchen. Obwohl zahlreiche Rohrweihen vorbeiflogen, kamen nur diese beiden Vögel – mehrfach – auf die Köderstellen, wobei es ihnen nach einiger Zeit gelang, mit größeren Fleischstücken davon zu fliegen. Spiegelbilder (span. „reflejos“) auf der Wasseroberfläche verhinderte ein kräftiger SO-Wind. Insgesamt war das alles wenig ergiebig, am besten noch für Flugaufnahmen der Weihen über dem niedrigen Schilfbestand.
Um 20:45 Uhr wurden wir wieder abgeholt.
Mittwoch, 24.06.
morgens: Hide de la Hoya Linares
Die ca. 3 m hoch gelegenen Zwei-Personen-Hides stehen an einem ehemaligen Schafstall. Das Gebäude in T-Form hat drei Ziegelgedeckte Dächer, eines im Osten, die beiden anderen im Süden und Norden. Beide Hides sind nach Westen ausgerichtet, der eine steht knapp drei Meter vor dem Ost-Dach mit direktem Blick auf die Nesteingänge der Rötelfalken unter den Dachziegeln bzw. an einem Dachfirst, der andere neben dem Nord-Dach mit Nestern zur Linken und einem freien Vordergrund und Blick auf den Himmel. Am Dachfirst und neben dem Dach befinden sich noch weitere Sitzgelegenheiten aus Ästen, Steinen oder einer „Bodenlandschaft“. Einige seitliche Äste sieht man aber nur in einem sehr spitzen Winkel, was auch bei gutem Spiegelglas zu einer Minderung der optischen Qualität führt. Der Standort liegt westlich der Straße nach Villacañas und damit nicht mehr auf dem Gebiet von El Taray, wird aber von dort mitverwaltet. Er gehört zu einem Naturschutz-Projekt. Die jungen Rötelfalken, die in (zugänglichen) Nestboxen erbrütet werden, werden jedes Jahr beringt.
Nach kurzer Anfahrt dauerte der Ansitz von 7:00 Uhr bis 11:00 Uhr. Die intensive Fütterung der Jungtiere durch zahlreiche Brutpaare begann praktisch sofort (wieder) nach dem Bezug des Hides. Einige Junge waren dabei auszufliegen und wurden auf dem Dach gefüttert, meist mit großen Heuschrecken, ganz selten Mäusen. Außerdem brütete dort zumindest ein Blauracken-Paar und es gab „Besuche“ zahlreicher Dohlen sowie dreier Wiedehopfe. Auch am von mir genutzten Ost-Dach gab es gute Möglichkeiten für Flugaufnahmen. Einige Rötelfalken trugen Fußringe, zwei auch Farbringe.
nachmittags: Hide Bebedero de la Casa de Labor
2 Zwei-Personen-Hides mit Blick nach Osten, direkt nebeneinander und nur 250 m von der Finca entfernt. Wegen der kurzen Entfernung gibt es Strom für eine kleine Klimaanlage. Vor den Hides befindet sich ein ca. 1,5 m breites, 8 m langes und nur wenige cm tiefes Wasserbecken. Es gibt keine sichtbare Dichtungsfolie o.ä. Die Umgebung ist üppig grün, was viele Kaninchen anlockt. Das Gras wächst an den Ufern ins Wasser. Am Ende befinden sich zwei Sitzäste und Steine.
Der Ansitz dauerte von 17:30 bis 21:00 Uhr. Angelockt durch Mehlwürmer kamen viele Haussperlinge, vereinzelt Feldsperlinge, Haubenlerchen und Hänflinge, ein Weidensperling, drei Türkentauben. Mehrfach flogen Schwärme von Einfarbstaren ein. Zweimal kam eine Blauracke zum Trinken. Die trinkenden Vögel, von den nur wenige Stare und die Tauben ins Wasser gingen, werden oft von Grashalmen verdeckt. Um 20:30 Uhr erschien – wie erhofft – ein Triel. Auch beim Trinken wurde er leicht von Pflanzen verdeckt, dies wäre vom linken Hide aus wohl – wie auch bei den Blauracken – zu vermeiden gewesen.
Donnerstag, 25.06.
morgens: El Espartal Hide
(wohl identisch mit dem „Hide de Vega Mazón“ in der Web-Beschreibung)
3 Zwei-Personen-Hides nebeneinander, mit Blickrichtung nach West-Nordwest über eine große Grasebene. Davor mehrere Sitzplätze in unterschiedlicher Entfernung zwischen 15 m und 25 m, auf denen Köderfleisch platziert wird. Zu beiden Seiten stehen in ca. 40 m Entfernung jeweils ein kleiner toter Baum. Die Köderplätze sind etwa hüfthoch und ragen damit – jedenfalls zu dieser Jahreszeit – nur wenig über das hohe Gras hinaus, was einem unnatürlichen Eindruck entgegen wirkt. Das angebotene Geflügelfleisch ist jedenfalls zu Anfang nicht zu sehen.
Der Ansitz dauerte von 6:40 Uhr bis 11:00 Uhr. Praktisch sofort erschienen mind. zehn Rohrweihen, fünf Minuten später ein Span. Kaiseradler (wahrs. ♂). Nach einer Viertelstunde war der Großteil des Futters gefressen, auch der Adler setzte sich nach wenigen Minuten wieder für eine halbe Stunde auf den toten Baum, von dem er auch heran geflogen war. Bei den noch sehr dürftigen Lichtverhältnissen waren die vielen Anflüge und Streitereien zwischen den Rohrweihen nicht zu fotografieren. Im Laufe des Morgens kamen ab und zu noch Rohrweihen, wahrscheinlich immer dieselben beiden Individuen (♂ u. ♀), wie aufgrund der Färbung und dem gut gefüllten Kropf zu vermuten war. Der Horst der Span. Kaiseradler ist in ca. 500 m Entfernung mit dem Fernglas zu sehen.
Schwimmzelt-Attrappe
Schwimmzelt-Attrappe auf der Laguna de El Taray
nachmittags: Hide de Mochuelo
An einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude 2 kleinere Hides nebeneinander in ca. 50 cm Höhe, davor auf Augenhöhe ein flaches Wasserbecken und daneben eine kleine „Steinlandschaft“. Beim Bezug um 18:00 Uhr wurden Mehlwürmer an verschiedenen Stellen ausgelegt. Zunächst haben sich Dohlen und Einfarbstare ausgiebig bedient, aber ganz schnell kam auch ein Steinkauz. Nach einer halben Stunde waren die Mehlwürmer verbraucht. Die Sitzgelegenheiten wurden vom Steinkauz noch als Aussichtspunkte genutzt, um Insekten auf dem Boden aufzusammeln und seine im Schatten wartenden Jungen damit zu füttern. Um 19:45 Uhr legte ein anderer Fotograf Mehlwürmer nach und nach wenigen Minuten waren die Vögel wieder da, auch wenn das Futter nicht mehr so gierig aufgenommen wurde. Das Wasserbecken wurde nur wenige Male von Dohlen zum Trinken genutzt. Ab 20:30 Uhr passierte nichts mehr und die Sitzgelegenheiten waren auch mehrheitlich beschattet. Um 21:00 Uhr wurden wir wieder abgeholt.
Freitag, 26.06.
morgens: Hidrohide
Der zweite Ausflug aufs Wasser dauerte von 07:00 Uhr bis 11:00 Uhr, diesmal zu Dritt, eine spanische Fotografin und unser – auch Englischsprachiger – Guide Javier. Lufttemperaturen 17 °C bis 26 °C, sonnig, später einzelne Wolken, aufkommender Wind der – wie schon beim ersten Mal – eine glatte Wasseroberfläche verhinderte. Javier fotografierte auch selbst und wir haben weniger Strecke zurück gelegt und viel gezielter die gewünschten Motive aufgesucht. Trotz aller Vorsicht flogen die wieder anwesenden Flamingos relativ schnell weg. An den Tauchenten mit ihren großen Jungen hatte ohnehin kaum jemand Interesse. Wir haben uns daher auf die Schwarzhalstaucherpaare konzentriert, die beständig ihre Jungen mit Insektenlarven und ganz selten mit winzigen Fischen fütterten. Meistens wurden die Jungen auf dem Rücken getragen. Die Vögel ließen Fotoentfernungen zwischen 12 m und 15 m zu. In der Nähe des Ausstiegspunkts trafen wir noch auf ein sehr entspanntes Paar mit etwas größeren Jungen, das das vorgesehene Ende unserer Tour um eine halbe Stunde verschob. An diesem Morgen fischten auch viele Seeschwalben an dem Gewässer, aber aus einem Schwimmzelt leider nicht zu fotografieren.
nachmittags: Waders Hide
… eine temporäre Fotostelle an einem flachen, unbewachsenen Ufer eines Teils des Sees, der von Röhrichtstreifen abgetrennt ist. Der Ansitz dauerte von 18:00 Uhr bis 21:00 Uhr bei 32 °C, Sonne und schwachem, manchmal auflebendem Wind. Von drei vorhandenen Tarnzelten hatte ich mir das ausgesucht, das die flachste Perspektive bot, auch wenn das Licht damit nicht so optimal von der Seite kam. Wegen der Hitze war es auch notwendig, für eine gute Belüftung des Zelts zu sorgen. Schon bei der Anfahrt sah man zahlreiche Rostflügel-Brachschwalben auf den umgebenden brach liegenden Feldern, darunter auch Dunenjunge, und einen Triel. Die Brachschwalben – adulte und auch einige diesjährige – kamen immer wieder zum Trinken im flachen Wasser auf bis unter 5 m heran. Ansonsten suchten zwei Braunsichler nach Nahrung und es waren einige juvenile Viehstelzen dicht am Zelt. Zweimal versuchte ein Triel zu trinken, einmal wurde er durch ein plötzlich aus dem Schilf kommendes Wildschwein gestört, einmal wahrscheinlich dadurch, dass ich gerade die Braunsichler aus der Hand mit kurzer Brennweite unmittelbar neben dem Tarnzelt fotografierte.
Samstag, 27.06.
Masiega Hide II
Schneise im Schilf
Blick aus dem "Hide Masiega II"
2 Zwei-Personen-Hides auf einer Schwimmplattform in einem Röhrichtgebiet. Davor eine ins Schilf geschlagenen Schneise zu einem Kanal. In ca. 5 m Entfernung befinden sich 3 ca. 1,5 m hohe Futterplätze aus den Samenständen des Schilfrohrs, direkt daneben einzelne Rohrkolbenhalme als weitere Sitzgelegenheiten. Zunächst kurze Autofahrt und dann kurze Bootsfahrt. Die Sitzung dauerte von 7:15 Uhr bis 11:00 Uhr. Die Hides sind nach Nordwest ausgerichtet, die Köderstellen stehen daher bis 9:30 Uhr vollständig im Schatten des umstehenden drei Meter hohen Schilfs, während der ca. 12 m entfernte Hintergrund ab 7:30 Uhr von der Sonne beleuchtet wird.
Praktisch sofort erschienen Bartmeisen (mehrere Adulte mit flüggen Jungen), Drosselrohrsänger und Teichrohrsänger. Die Vögel zeigten sich auch oft am linken Rand der Schneise in zwei bis drei Metern Entfernung, der sehr viel früher beleuchtet wird. Obwohl sich auch Teichrallen kräftig an den angebotenen Mehlwürmern bedienten, reichte der Vorrat bis ca. 10:30 Uhr, danach kam nur noch einige Male ein Drosselrohrsänger zur vergeblichen Nachschau.

Nachmittags dann Rückfahrt zum Flughafen nach Madrid.

Anmerkung: Die Entfernungsangaben beruhen auf den EXIF-Daten meiner Nikon Z9.