Jürgen Niermann Naturfotografie

Fotoverstecke in Spanien - Verschiedene Hides im November 2025

Vom 10. bis 20 November 2025 habe ich zusammen mit einem Fotokollegen verschiedene Fotoverstecke in Katalonien und Valencia besucht, betreut und gefahren von Yanina Magiotto von Visitnatura aus Valencia. Unseren Besuch von Gato Clavo im nördlichen Andalusien im Frühjahr haben wir in Eigenregie wiederholt, Buchung über Photologistics. Die Hides in Katalonien wurden von Som Aguait zur Verfügung gestellt und betreut, die in Valencia findet man bei Turia Hides.

Die Tageslänge betrug zehn Stunden, im Westen ging die Sonne gegen 07:45 Uhr auf und gegen 17:40 Uhr unter, in Andújar jeweils 15 Minuten später. Die Wettersituation war angesichts der Jahreszeit insgesamt ziemlich glücklich, während es in der Vorwoche im Reisegebiet häufig geregnet hatte.

Montag, 10.11.
Flug nach Barcelona und anderthalb Stunden Fahrt nach Lleida. Unterkunft im H. Ramón Berenguer IV (Lérida), einem älteren, aber voll renovierten Hotel in zentraler Lage ohne nennenswerten Verkehrslärm.
Dienstag, 11.11.
4 °C bis 20 °C, sonnig mit wenigen Schleierwolken, weitgehend windstill.
Spectrum Hide
Spectrum Hide; Fotoversteck für Sperber im Westen Kataloniens (370 m üNN). Knapp anderthalb Stunden Autofahrt vom Hotel bis zum Treffpunkt in Batea, Tarragona, von da zehn Minuten Fahrt mit Edgar von Som Aguait und ca. 400 m Fußweg bis zum Hide, Ankunft gegen 8:15 Uhr.
Geräumiger Zwei-Personen-Hide mit Spiegelglas, davor auf Augenhöhe ein flaches Wasserbecken, dessen vorderer Rand 1 m vom Glas entfernt ist, der hintere ca. 4 m. Der Hide liegt auf privatem Grund in einem sehr lichten Pinienwäldchen, Ausrichtung nach Westen. Trotz Sonne sind die Lichtverhältnisse gegenüber offenem Gelände leicht reduziert. Die Stelle soll zum Baden von neun verschiedenen Sperbern besucht werden und gelegentlich von Habichten. Kleinvögel werden idR nicht angefüttert wegen des hohen Drucks der Greifvögel, trotzdem kam ein Rotkehlchen, eine Singdrossel und einige Zilpzalps. Zwischen 11:45 Uhr und 13:30 Uhr kamen 3 verschiedene Sperberweibchen (ein juveniles und zwei adulte) zum Baden. Ende um 14:00 Uhr, die Sonne war dann auch schon zu weit herumgewandert.

Auf der Rückfahrt zum Hotel ein Zwischenstopp an einer Vogelbeobachtungshütte bei Flix am Ebro (41°14.1851‘ N, 0°31.4670‘ O, 35 m üNN) in einem Schilf- und Röhrichtgebiet vor einer offenen Wasserfläche. Eine Gelegenheit für Aufnahmen von einem Eisvogel, am späten Nachmittag Seiten- bis Rückenlicht, tagsüber dürfte Gegenlicht vorherrschen – lohnt kaum, außer man kommt zur passenden Uhrzeit ohnehin vorbei.

Mittwoch, 12.11.
9 °C bis 21 °C, sonnig mit vereinzelten Schleierwolken, zunächst windstill, später zunehmend kräftiger Wind aus Ost.
El Duet Hide
El Duet Hide; Fotoversteck für Greifvögel (360 m üNN), bei Torrebesses, südl. von Lleida. 20 Minuten Autofahrt vom Hotel bis zum Treffpunkt, dann fünf Minuten Fahrt mit Edgar.
Der geräumige Drei-Personen-Hide mit Spiegelglas liegt inmitten landwirtschaftlicher Flächen am oberen Rand eines Hügels mit guter Fernsicht, nach Westsüdwest ausgerichtet. 1,5 m davor eine flache Wasserfläche auf Augenhöhe. Hinter deren 5 m entferntem Rand wurde Köderfleisch unsichtbar ausgelegt, außerdem zwei tote Kaninchen auf dem Boden befestigt, sowie weiteres Fleisch auf einem ca. 50 cm hohen Felsbrocken. Das Gelände ist von einem Elektrozaun umgeben, der Füchse abhalten soll, was aber nicht funktioniert. Der Hide wird von Mitte Oktober bis zum frühen Frühjahr betrieben und lockt vor allem überwinternde Greifvögel an.
Wir waren gegen 08:15 Uhr im Versteck, sofort kam eine Rohrweihe, wenige Minuten später ein Fuchs, der noch mehrere Male wiederkam und Fleisch und Kaninchen wegschleppte. Um 10 Uhr brachte Edgar auf Anforderung neues Köderfleisch und Kaninchen, Ende um 14:00 Uhr. Insgesamt mehrere Rohrweihen, Rotmilane, vier Krähen, zwei Bussarde von denen jedoch nur einer kurz landete, eine Gebirgsstelze. Vier Gänsegeier kreisten in geringer Höhe über dem Gelände. Es gab sehr viele Möglichkeiten für Flugaufnahmen mit kurzer Brennweite durch viele Attacken der Rotmilane auf fressende Rohrweihen, aber nur ganz vereinzelt wurde aus dem Wasser getrunken und gar nicht gebadet.
Donnerstag, 13.11.
12 °C bis 21 °C, überwiegend sonnig mit Schleierwolken, starker Ostwind, ab mittags zunehmend wolkiger.
Hide de Montperler
Greifvogel-Hide in der Nähe von Villagrassa östl.von Lleida (335 m üNN). Großzügiger Drei-Personen-Hide mit Spiegelglas auf einem privaten landwirtschaftlichen Gelände. Davor ein flaches Wasserbecken auf Augenhöhe, direkt vom Rand, ca. 7 m lang, nach Westnordwest ausgerichtet. Den Hintergrund bildet in ca. 20 m Entfernung größtenteils ein großer Busch. Das Köderfleisch wird seitlich und hinter dem Wasserbecken in flachen Gruben befestigt, u.a. auch auf flachen Holzstümpfen. Leider wird der rechte Bereich ziemlich lange von einem seitlich stehenden Busch beschattet.
Blick aus Steiandlerhide

Ca. 30 Minuten bis zum Treffpunkt in Vilagrassa, dann ca. zehn Minuten Fahrt mit Edgar zum Hide. Beginn des Ansitzes 07:20 Uhr, bereits um 07:30 Uhr erschienen ein Habicht-♀ und eine Rohrweihe, im weiteren Verlauf viele Rotmilane, drei Mäusebussarde, viele störende Elstern. Gegen 09.00 Uhr war das Fleisch bis auf wenige Reste aufgefressen und die Greifvögel verschwanden vollständig. Dann öfter Grünfinken, Mönchsgrasmücken, Stieglitze, viele Singdrosseln, Girlitze und Feldsperlinge zum Trinken, nur ganz vereinzelt zum Baden.
Ende der Sitzung 14:00 Uhr. Sie fing eigentlich viel zu früh an, die Lichtverhältnisse waren erst ab 08.30 Uhr befriedigend.

Auf der Rückfahrt Besuch des Gewässers Estany d'Ivars i Vila-sana (41°40.7385“ N, 0°56.7592 O), für Fotografen nicht lohnend.

Freitag, 14.11.
Nochmal Hide de Montperler von 08:15 Uhr bis 12:30 Uhr, 17 °C, bedeckt, starker Ostwind. Vier Mäusebussarde, zwei Rohrweihen, einige Rotmilane und - sehr kurz - ein Habicht, einige Kleinvögel. Aufgrund der schlechten Lichtverhältnisse war das nicht lohnend.

Nachmittags Fahrt nach Casinos (Valencia), Unterkunft im Hostal Niu mit neuen, sehr komfortablen Apartments, Zugang durch zugesandten Code.

Samstag, 15.11
13 °C bis 21 °C, zunächst sonnig, ab Mittag zunehmend wolkiger.
Hide Azor
Habicht-Hide auf 354 m üNN südwestlich von Casinos. Zwei Zwei-Personen-Hides von ausreichender Größe für kürzere Ansitze; Spiegelglas, nach Nordwesten ausgerichtet. Die Verstecke liegen oberhalb einer Senke mit einem langgezogenen „Berg“-Rücken als Hintergrund im Revier eines Habichtpaares. Vor den Hides in 13 m Entfernung ein „Ansitzast“ für einen Köder, im Licht ab ca. 20 Minuten nach Sonnenaufgang.
Ansitz von 07:30 Uhr bis 09:00 Uhr. Das Weibchen flog über das Gelände und landete irgendwo mehrere hundert Meter entfernt. Um 07:50 Uhr erschien das Männchen und fraß die Hälfte des angebotenen Rothuhns bis 08:25 Uhr. Dann brachen wir ab, nachdem klar war, dass das Weibchen nicht mehr kommen würde.

Dann fuhr uns Yanina zum ...

Hide Águila real & paseriformes
Steinadler- und Singvogel-Hide auf 840 m üNN nördlich von Casinos.
Komfortabler Drei-Personenhide mit Spiegelglas am oberen Rand eines Taleinschnitts, nach Norden ausgerichtet. In 16 m Entfernung ein „Köderstein“ und in 20 m ein „Köderast“. Ca. 3 m vor dem Hide ein Steinhaufen und Sitzäste für Kleinvögel, sowie Sitzmöglichkeiten in der umliegenden Kniehohen Vegetation. Im Steinhaufen wurden Mehlwürmer ausgelegt, an den Köderstellen jeweils ein Kaninchen.
Ansitz von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr. Während dieser Zeit kamen mehrfach Rotkehlen, Samtkopfgrasmücke, Provencegrasmücke, Blaumerle und Schwarzkehlchen. Ein Steinadlerpaar zeigte sich um 11:15 Uhr. Nach einem ersten Erkundungsanflug setzte sich das Adler-♂ auf den Köderast und fraß die Hälfte des Kaninchens bis 11:35 Uhr. Von 11:42 Uhr bis 12:05 Uhr erschien das Adler-♀ und fraß den Rest. Das zweite Kaninchen blieb unangetastet.
Sonntag, 16.11.
4 °C bis 11 °C, zuerst sonnig, später bewölkt, starker Wind aus Ost im Gebirge; 22 °C, überwiegend sonnig bei Valencia.
Hide La Yesa
Hochland-Singvogel-Hide auf 1272 m üNN bei La Yesa. Zwei Zwei-Personen-Hides nebeneinander am Rande einer Hochebene, offenes Gelände, nach Norden ausgerichtet, mit Spiegelglas. Die Größe ist für kürzere Ansitze ausreichend. Vor dem Hide in ca. 4 m Entfernung ein kleines Wasserbecken und verschiedene dekorative Steinhaufen und Zweige auf Augenhöhe. Kleinvögel werden mit Mehlwürmern angelockt sowie durch die Trinkstelle. Der Hide wird nur vom späten Herbst bis zum frühen Frühjahr betrieben, wenn Wintervögel vor Ort sind.
Ansitz von 08:15 Uhr bis 12:00 Uhr, mehrere Haubenmeisen, Kohlmeisen, Tannenmeisen, Rotkehlchen, Heidelerchen, Zippammern, Buchfinken, Grünfinken, zwei Hausrotschwänze, ein Fichtenkreuzschnabel.
Wäre es zumindest eine Woche vorher trocken gewesen, wären Ringdrosseln zu erwarten gewesen, sowie Sing- und Misteldrosseln.

Von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr „Autopirsch“ mit Yanina durch die Reisfelder in der Nähe der Albufera von Valencia (39°22.5079‘ N, 0°20.1986‘ W). Tausende Braunsichler und Kuhreiher in den leicht überfluteten Feldern. Viele Straßen sind während der Jagdsaison auf Enten von Mitte Oktober bis Anfang März gesperrt.

Übernachtung im Hotel ibis budget Valencia.

Montag, 17.11.
Knapp fünfstündige Fahrt nach Andújar im nördlichen Andalusien zum ...
Cortijo Gato Clavo
Gato Clavo liegt 17 km außerhalb von Andújar (N 38°06‘56.6“ W 3°59‘05.7“). Es handelt sich um eine „Hotelfinca“ mit „Luchsbeobachtungsanlage“. Man kann dort übernachten, allerdings ohne Verpflegung. Eine (von uns gebuchte) alternative Unterkunft, knapp 5 km entfernt: La Caracola Casa Rural (N 38°07‘40.7“, W 03°57‘40.8“), eine ehemalige Finca mit sehr wenigen Zimmern, über eine Erdstraße zu erreichen, Abendessen nur nach Vorbestellung.
Direkt im Anschluss an das Gebäude mit den Unterkünften des Gato Clavo befindet sich eine Anlage von festen Hides, die in einem Viertelkreis nach Südosten ausgerichtet sind. Morgens kommt das Licht von hinten in den östlichen, abends in den westlichen Hides. In der Mitte befindet sich der Haupthide mit großen offenen Sichtfenstern/Fotoöffnungen, auch an den Seiten. Östlich zwei kleinere Hides für jeweils zwei Personen. Der Haupthide „fasst“ acht Personen. Westlich befindet sich ebenfalls ein großer Hide für maximal sechs Personen. Der Haupthide hat eine Toilette, Stromanschlüsse und eine Klimaanlage, letzteres auch im westlichen Hide. Wenn ein Luchs auftaucht, herrscht entsprechende Unruhe und Bewegung, was offensichtlich egal ist. Vor den Hides ist die Anlage schön gestaltet mit einem toten Baum, diversen Felsen und einem Teich, der zwischen Felsen eingebettet ist, dessen Ufer sind nicht sichtbar. Das Gelände kann künstlich beleuchtet werden. Es gibt immer eine Morgen- und eine Nachmittagssitzung.
Nach meiner Einschätzung werden die Pardelluchse nicht durch Köderfutter angelockt. Kaninchen, deren natürliche Hauptbeute, sind aber sehr zahlreich.
Dienstag, 18.11.
8 °C bis 14 °C, sonnig, schwacher Wind
morgens: 07:30 Uhr bis 11:30 Uhr; nur Kleinvögel (Hausrotschwanz, Schwarzkehlchen, Blaumerle, Mittelmeersteinschmätzer, Gebirgsstelze, Zilpzalp), für brauchbare Fotos jedoch meist zu weit entfernt.
nachmittags: 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr; um 16.47 Uhr zeigte sich ein junger Pardelluchs (♂) für zwei Minuten in offenem Gelände. Um 18:58 Uhr war derselbe Luchs mit einem erbeuteten Kaninchen zu sehen, wie er damit wegging, allerdings vor der Umzäunung, bei bescheidenem künstlichen Licht und von hinten.
Mittwoch, 19.11.
4 °C bis 14 °C, überwiegend sonnig, schwacher Wind.
morgens: 07:30 Uhr bis 11:30 Uhr; beim Bezug des Hides waren bereits zwei Luchse anwesend (♀,♀), einer ging weg, der andere bleib ruhig liegen und lies sich mehrere Minuten bei künstlichen Licht fotografieren (ISO 3200, Bl. 6.3, 1/25 sec). Um 8:17 Uhr erschien wieder ein Luchs und saß vor dem Haupthide auf einem Stein, nach gut zwei Minuten rannte er 30 m weg und erbeutete ein Kaninchen, das er zwischen Felsbrocken hervorzog, mit der Beute ging er dann zügig weg. Um 08:40 Uhr erschien ein weiterer Luchs und saß zehn Minuten auf einem Stein vor dem Hide, wobei er sich ausgiebig putzte. Dann zog er sich – nicht mehr sichtbar – in eine entferntere Ecke an einem Gebäude am Rand des Geländes zurück. Kleinvögel w.o.
nachmittags: 14:00 Uhr bis 18:45 Uhr; gegen 18:00 Uhr erschien das junge Männchen vom Vortag und lief zügig mit ganz kurzen Pausen vor dem Hide in ca. zehn Metern Entfernung entlang und verschwand im seitlichen Bereich des Geländes.
Donnerstag, 20.11.
Fahrt nach Madrid zum Flughafen (330 km) und Rückflug.