Fotoverstecke in Spanien - Verschiedene Hides im Frühjahr 2025
Im Frühjahr 2025, vom 21. April bis 15. Mai habe ich zusammen mit einem Spanien-erfahrenen Fotokollegen verschiedene Ziele in ganz unterschiedlichen Landesteilen aufgesucht. In den ersten sechs Tagen wurden wir von Yanina Magiotto von Visitnatura aus Valencia betreut und gefahren, die auch die notwendigen Buchungen vorgenommen hatte. Yanina spricht sehr gut Englisch und ist eine sehr erfahrene Führerin für Vogelbeobachter und Naturfotografen, deren Ansprüche sie genau kennt. Für die restliche Zeit hatten wir die Buchungen online bzw. per E-Mail vorgenommen und sind mit einem Mietwagen selbst gefahren.
Auf der Iberischen Halbinsel hatte es vorher außerordentlich viel geregnet. Alle Staudämme und Flüsse hatten einen sehr hohen Wasserstand. Sämtliche Straßenränder und Ödflächen waren übersät mit Blühpflanzen, alles war sehr grün.
Leider setzte sich die unbeständige Wetterlage fort. Einigermaßen warm war es nur in den ersten Tagen. Danach lagen die durchschnittlichen Temperaturen eher 8 °C bis 10 °C unter den normal zu erwartenden Werten. Persönlich hatte ich auch deutlich mehr „Makromotive“ erwartet, stattdessen eher wenige Schmetterlinge und andere Großinsekten. Ebenso waren nur ganz wenige Eidechsen zu finden, auch Zikaden und „Froschkonzerte“ waren kaum zu hören.
Zu Beginn unseres Aufenthalts ging die Sonne im Osten Spaniens gegen 07:15 Uhr auf und gegen 20:45 Uhr wieder unter, am Ende der Reise in der Extremadura ging sie auch gegen 07:15 auf, aber erst um 21:30 Uhr unter.
Ostermontag, 21.04.
Da unser Flug nach Valencia bereits um 09:00 Uhr ankam und ein Einchecken im Hotel so früh noch gar nicht möglich gewesen wäre, saßen wir bereits eine gute Stunde später im …
Losa Hide
Turia Hides; am Rande der Ortschaft Riba-roja de Túria, 10 km nordwestlich vom Flughafen Valencia. Ein fester Hide mit Spiegelglasscheibe, davor ein flaches Betonwasserbecken mit Sitzgelegenheiten aus Ästen und Steinen. Von der Ausrichtung her kommt das Licht erst ab mittags akzeptabel von hinten. Angelockt durch Mehlwürmer und durch die Bade- und Trinkmöglichkeit kamen Trauersteinschmätzer, Samtkopfgrasmücke, viele Haussperlinge, Haubenlerche, Einfarbstar, ein Turmfalke, ein Iberischer Grünspecht und Elstern.
Um 18:00 Uhr fuhren wir dann zur näher am nächsten Ziel gelegenen Unterkunft H. Puerta De La Serrania in Llíria.
Dienstag, 22.04.
Morgens dann ...
El Enebro Hide
Turia Hides; 60 km nordwestlich von Valencia. Der Hide wurde kurz zuvor erneuert, mit Spiegelglasscheibe, liegt auf einem Hügel im Revier eines Habichtsadlerpaares, das zu dieser Zeit zwei Junge im Nest hatte. Von dort überblickt man ein weitläufiges Tal und hat einen mehrere hundert Meter entfernten – homogenen – Hintergrund für die „Sitzäste“ und „-felsen“ in einer Entfernung zwischen 11 m und 20 m. Dort befestigte Yanina drei Rothühner (pro Stück 12 €) und ein Kanichen (15 €). Der Ansitz dauerte von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr, beide Adler erschienen gegen 10:30 Uhr.
Ein Fotoansitz erfolgt nur jeden zweiten Tag, gibt es keine Kunden wird den Adlern zweimal pro Woche Futter angeboten.
Danach fuhren wir 350 km zu unserer nächsten Unterkunft Ap. Amanece Monegrillo in Los Monegros (Prov. Huesca) in der Nähe von Farlete im Herzen der umgebenden Steppenlandschaft.
Mittwoch, 23.04.
„Little Bustard Hide“
Jeweils in der Nähe des Balzplatzes eines Zwergtrappenhahns hatte der Anbieter Aragón Hides feste Einzelhütten mit einer Objektivöffnung und darüber einer Sichtscheibe aufgestellt.
Mein Fotoversteck war leider nach Süden ausgerichtet und das Licht kam – an sich zu stark – von der Seite. Der Ansitz dauerte von 06:00 Uhr bis 11:40 Uhr. Die Trappe war sofort zu hören, wegen der hohen Vegetation aber nur zu sehen, wenn sie in die Luft sprang. Zahlreiche Balzsprünge zwischen 07:30 Uhr und 8:45 Uhr, der Vogel blieb vor Ort, mit gelegentlichen Rufen, aber abnehmend.
Mein Kollege im anderen Hide hatte bei offenerer Vegetation das Licht im Rücken, der Trappenhahn kam auch zunächst, war dann eine Stunde lang verschwunden. Danach erfolgten einige Balzsprünge, wegen starken Windes aus Nordwest jedoch immer nur mit dem Rücken zugewandt.
Zwischen 16:00 Uhr und 21:30 Uhr saßen wir an einer anderen Stelle in zwei direkt nebeneinander stehenden Fotohütten, ohne dass eine Trappe zu bemerken gewesen wäre.
Donnerstag, 24.04.
Nach Beratung mit dem örtlichen Guide Borjas waren wir von 06:00 Uhr bis 11:30 Uhr noch mal in den Hütten vom Vorabend. Diesmal zeigte sich ein Zwergtrappenhahn zwischen 8:30 Uhr und 09:00 Uhr. Es erfolgten zahlreiche Balzsprünge, allerdings in der ungeplant weiten Entfernung von 50 m. Wegen recht starken Seitenwindes sah man den Vogel auch nur von der Seite.
Bei der Zwergtrappenbalz gibt es erst eine „Rufphase“ von vielleicht zwei Minuten, anschließend trampelt der Vogel mit den Füßen auf, unmittelbar danach erfolgt der Balzsprung, vielleicht dreimal kurz hintereinander, nach einer Pause wiederholt sich das. Er springt dabei immer gegen den Wind, idealerweise hat man also nicht nur das Licht im Rücken.
In 2025 hatte die Zwergtrappenbalz in diesem Landesteil fast zehn Tage früher begonnen, normalerweise beginnt sie Mitte April und dauert idR ca. fünf Wochen.
Nachmittags ca. 200 km Fahrt in die zentralen Pyrenäen zur nächsten Unterkunft H. De Montaña Lamiana, nächstgelegner Ort Tella-Sin (Aragon).
Freitag, 25.04.
„Lammergeier Hide“
Nur wenige hundert Meter oberhalb der Unterkunft befinden sich nebeneinander zwei Zwei-Personenhides mit Spiegelglasscheibe, davor eine offene, leicht abschüssige Fläche. Man wird ca. anderthalb Stunden nach Sonnenaufgang mit einem 4x4 dorthin gefahren. Der Fahrer legt tote Schafe ab und streut Knochen mit Fleischresten aus. Die Gänsegeier kommen schon, wenn das Futter noch verstreut wird.
Bei unserem Ansitz waren es bis zu 100 auf einmal, insgesamt ca. 200. Kurz danach kamen 10 bis 15 adulte und 10 immature Bartgeier, vereinzelt Schmutzgeier, außerdem Schwarz- und Rotmilane sowie Kolkraben. Bei sonnigem Wetter ergaben sich fantastische Möglichkeiten für Flugaufnahmen mit 400 bis 600 mm Brennweite. Für Geier am Boden ist die Sicht allerdings „etwas von oben herab“. (Der Anbieter plante bereits einen dritten Hide, der das Fütterungsgeschehen auf Augenhöhe ermöglichen soll.)
Wenn alles aufgefressen ist und die Vögel wieder weg sind, geht man selbständig zu Fuß zurück zur Unterkunft (ca. zwischen 11:30 Uhr und 12:30 Uhr).
Am Nachmittag fanden sich Orchideen und Eidechsen in der näheren und weiteren Umgebung.
Samstag, 26.04.
Morgens noch mal „Lammergeier Hide“ wie am Vortag, allerdings nicht mehr so sonnig, teilweise bewölkt.
Nachmittags Rückfahrt nach Valencia und Übernachtung im Hotel ibis budget Valencia.
Sonntag, 27.04.
Fahrt nach Andújar im nördlichen Andalusien zum ...
Cortijo Gato Clavo
Gato Clavo liegt 17 km außerhalb von Andújar (N 38°06‘56.6“ W 3°59‘05.7“). Es handelt sich um eine „Hotelfinca“ mit „Luchsbeobachtungsanlage“. Man kann dort übernachten, allerdings ohne Verpflegung.
Eine (von uns gebuchte) alternative Unterkunft, knapp 5 km entfernt: La Caracola Casa Rural (N 38°07‘40.7“, W 03°57‘40.8“), eine ehemalige Finca mit sehr wenigen Zimmern, über eine Erdstraße zu erreichen, Abendessen nur nach Vorbestellung.
Direkt im Anschluss an das Gebäude mit den Unterkünften des Gato Clavo befindet sich eine Anlage von festen Hides, die in einem Viertelkreis nach Südosten ausgerichtet sind. Morgens kommt das Licht von hinten in den östlichen, abends in den westlichen Hides. In der Mitte befindet sich der Haupthide mit großen offenen Sichtfenstern/Fotoöffnungen, auch an den Seiten. Östlich zwei kleinere Hides für jeweils zwei Personen. Der Haupthide „fasst“ acht Personen. Westlich befindet sich ebenfalls ein großer Hide für maximal sechs Personen. Der Haupthide hat eine Toilette, Stromanschlüsse und eine Klimaanlage, letzteres auch im westlichen Hide.
Wenn ein Luchs auftaucht, herrscht entsprechende Unruhe und Bewegung, was offensichtlich egal ist. Vor den Hides ist die Anlage schön gestaltet mit einem toten Baum, diversen Felsen und einem Teich, der zwischen Felsen eingebettet ist, dessen Ufer sind nicht sichtbar. Im Frühjahr 2025 war aber sehr viel Regen gefallen, die vielen hochgewachsenen „Frühjahrsblüher“ schränkten die Sichtmöglichkeiten leicht ein. Das Gelände kann künstlich beleuchtet werden. Es gibt immer eine Morgen- und eine Nachmittagssitzung.
Nach meiner Einschätzung werden die Pardelluchse nicht durch Köderfutter angelockt. Kaninchen, deren natürliche Hauptbeute, sind aber sehr zahlreich.
Montag, 28.04.
Morgens: 07:30 Uhr bis 11:00 Uhr, kein Luchs, nachmittags: 16:00 Uhr bis 20:30 Uhr, ein Luchs zeigte sich um 20:00 Uhr für 20 Minuten offen vor den Hides.
Dienstag, 29.04.
Der Morgenansitz dauerte von 07:30 Uhr bis 11:00 Uhr. Bereits beim Bezug der Hides war ein Luchs anwesend, er saß direkt vor einem unbesetzten Hide und zeigte sich praktisch den ganzen Morgen über, aber immer mit unattraktivem Hintergrund (Hides, Begrenzung des Geländes). Einmal versuchte er ein Kaninchen in 5 m Entfernung direkt neben dem Hide zu fangen, leider war der Sichtwinkel zu ungünstig. Nachmittags waren nur ein paar Kaninchen zu sehen.
Mittwoch, 30.04.
Morgens kurze Erkundung der Umgebung. Ca. 12 km nordwestlich führt eine Erdstraße entlang des Flusses Jándula bis zur Staumauer der Embalse del Encinarejo (N 38°9'49.31" W 3°59'40.65"), touristisch erschlossen mit Picknickmöglichkeiten. Nach glaubhaften Berichten kann man dort Fischotter sehen und fotografieren, aber sicher nur durch Zufall oder mehreren Versuchen am Morgen – ab dem vorgeschrittenen Vormittag kommen auch an Werktagen (einheimische) Besucher.
Dann Fahrt ins 55 km entfernte Adamuz (nordöstlich von Córdoba) zu unserem dortigen Anbieter
Alpasín
Alpasín, Avenida de Andalucía, 14, 14430 Adamuz. Das Einmann-Unternehmen wird von Agustín Pérez Amil (+34 633 026176) betrieben, der gut Englisch spricht. Er bietet verschiedene Hides in der Umgebung an. Alle sind großzügig gebaut und haben meist eine Chemie-Toilette für den ganz dringenden Bedarf, Bürodrehstühle und Gartensitzstühle und – sofern nicht anders erwähnt – eine Spiegelglasscheibe.
Die wohl einzige Unterkunft in dem Ort ist das Hostal San Andres, Concejo 6, 14430 Adamuz (N 38°01‘35.8 W 04°31‘32.3“, reservas@grupochaparro.com), ein einfaches Hotel in einer Einbahnstraße, nur Übernachtung, kleine DZ mit privatem Bad. Der Check-In erfolgt in der Allianz-Versicherungsagentur an der Ecke am Anfang der Straße, Tel. 957006212, Öffnungszeiten beachten. Sonntags sind wohl alle Restaurants abends geschlossen, nur vereinzelt ist eine Bar geöffnet.
nachmittags: Habichtsadler-Hide, am Rande einer (üppig blühenden) Wiese, eher nach Westen ausgerichtet, daher morgens besser, aber noch akzeptabel. Angeboten wurden Fleischstücke auf mehreren großen Steinen und Ästen in einer Entfernung zwischen 9 m und 18 m. Die Adler hatten ein Junges in einem ca. 1 km entfernten Horst, es gab mehrere gut sichtbare Anflüge beider Altvögel.
Donnerstag, 01.05.
08:00 Uhr bis 14:00 Uhr: Luchs-Hide, in einer Senke, nach Südwesten ausgerichtet, für zwei bis drei Personen, vor dem Hide ein flaches Wasserbecken auf Augenhöhe mit ein paar Ansitzstöcken. Ein Pardelluchsweibchen befand sich bei Bezug des wohl schon in unmittelbarer Nähe und erschien für ein paar Minuten sofort, nachdem Agustín gegangen war, verschwand wieder und kam nach zehn Minuten zurück. Sie hielt sich einige Minuten unmittelbar vor dem Hide auf und verschwand dann unter Mitnahme des ausgelegten Kaninchens endgültig. Danach nur noch Blauelstern, Haussperlinge und kurz ein Pirol.
17:00 Uhr bis 19:00 Uhr: Steinadler-Hide, auf einer Anhöhe, nach Osten ausgerichtet, bis vier Personen, das örtliche Paar hatte zwei Junge, das Männchen flog viermal – bei Westwind – sichtbar an und wechselte auch zwischen den 15 m entfernten Ansitzplätzen, angeboten wurden Fleischstücke, die der Adler vor Ort fraß, nach dem Lösen größerer Fleischstücke flog er damit wahrscheinlich zum Horst.
Freitag, 02.05.
08:00 Uhr bis 13:00 Uhr: Mäusebussard-Hide, auf einer Anhöhe, nach Westen ausgerichtet, für zwei bis drei Personen, angeboten wurden kleine Mäuse und Fleischstücke, zunächst regnerisch, später heiter, der Mäusebussard erschien nach kurzer Zeit für weniger als eine Minute, später bei besserem Wetter kam er noch dreimal und für längere Zeit (zuletzt gegen 11:00 Uhr), die Anflüge auf die ca. 15 m entfernten Sitzsteine waren durch die Lage des Hides (und die richtige Windrichtung) rechtzeitig sichtbar, ansonsten Blauelstern.
21:15 Uhr bis 24:00 Uhr: Ginsterkatzen-Ansitz, vier Tarnzelte mit relativ offener Sicht nach vorn und künstliche Lichtquellen, versorgt von einem 50 m entfernten Generator, teilweise kommt das Licht von hinten für einen Lichtsaum im Fell; Köderfleisch an mehreren Stellen. Die Kleinfleck-Ginsterkatze erschien um 22:15 Uhr, insgesamt dreimal, zuletzt 23:20 Uhr. Die Entfernung betrug 7 m, Verschlusszeiten bei Bl. 5 1/250 sec, ISO 4000.
Samstag, 03.05.
Von 10:00 Uhr bis 11:00 Uhr: Steinkauz-Hide, bestehend aus einem großen Tarnzelt für bis zu vier Personen. Der Steinkauz erschien sofort, angelockt von Fleisch und Mehlwürmern, außerdem viele Blauelstern. In dem gegenüberliegenden Baum lebt eine Perleidechse, die bei Sonnenschein aus ihrem Loch kommt.
11:40 Uhr bis 13:15 Uhr: (nochmal) Habichtsadler-Hide; es gab drei Anflüge bei optimalen Lichtverhältnissen.
14:00 Uhr bis 18:15 Uhr: Singvogel-Hide; großer Hide (aus einem ehemaligen Baucontainer) für bis zu vier Personen, davor ein Wasserbecken auf Augenhöhe. Zum Trinken kamen Kernbeißer, Haussperlinge, Grünfinken, Kohlmeisen, Stieglitze, Buchfinken und Blauelstern.
Sonntag, 04.05.
Der vorgesehene Kaiseradler-Hide fiel leider aus, da es nachts sehr stark geregnet hatte und die Zufahrt sehr steil ist.
Von 10:00 Uhr bis 10:45 Uhr (nochmals) Steinkauz-Hide, w.o.;
Von 11:15 Uhr bis 12:15 Uhr saßen wir in der Nähe des Luchs-Hides in einem Tarnzelt und einem „Ansitzstuhlzelt“ auf einer Freifläche an einem Hang zwischen Olivenbäumen. In 14 m Entfernung hatte Agustín eine Maus platziert. Nach zehn Minuten erschien ein Turmfalken-♂ und verzehrte diese innerhalb von weiteren zehn Minuten.
Da Agustín aus dringenden familiären Gründen nachmittags nicht zur Verfügung stand, erhielten wir den Schlüssel für das Gelände der Finca Vieja (mit dem Habichtsadlerrevier), aber ohne nennenswertes Ergebnis.
Montag, 05.05.
Fahrt in die Extremadura zum 380 km entfernten
El Millarón
El Millarón liegt nahe der portugiesischen Grenze zwischen Salorino und San Vincente de Alcántara (N 39°27‘10.8“ W 07°08‘15.3“). Die Zufahrt erfolgt von der CC-313 über eine ca. 9 km lange Erdstraße, die je nach Wetterlage ein Fahrzeug mit erhöhter Bodenfreiheit erfordern kann. Vier luxuriöse Doppelzimmer mit privatem Bad, Vollpension mit sehr gutem Essen.
Die Finca verfügt über ein riesiges Areal mit offenen Flächen und Korkeichenwäldern, etwas Schafhaltung, sehr viele Rothirsche und auch Mufflons. Die Hides sind ziemlich neu, aus Stahlblech mit einer Gummimatte oder anderen Bodeneinlagen und bequemen (Garten-)Sitzstühlen, Spiegelglasscheiben. Man kann aus dem Angebot an Ansitzen flexibel auswählen, sofern nicht zu viele andere Fotografen vor Ort sind.
Ein Mitarbeiter bringt die Fotografen mit einem Landrover zu den Ansitzen und legt Köder aus. Die Rückfahrt erfolgt nach Vereinbarung oder auf Anforderung per Whatsapp-Nachricht.
Dienstag, 06.05.
8:00 Uhr bis 13:00 Uhr: Rötelfalkenturm, ein Gebäude allein für die Rötelfalkenbrut errichtet, im „Dachgeschoss“ ein Raum für zwei Personen mit Spiegelglasscheibe, davor ein flaches mit Ziegeln bedecktes Dach, unter dem die Falken brüten; zehn Minuten von der Unterkunft.
Morgens war es recht neblig, erst als es um 10:30 Uhr auflockerte, begannen die Falken zu fliegen und kamen mit Beute auf die Pfannen und Ansitze. Es brüteten nur wenige Paare, die auch wohl wegen des nassen Frühjahrs noch auf den Eiern saßen. Eine Kopula der Falken war zu sehen, des Weiteren Einfarbstare mit flüggen Jungen, Wiedehopfe und eine Lerche.
16.00 Uhr bis 19:45 Uhr: Gleitaar-Hide, ein in 2 m Höhe installierter Hide für zwei Personen, davor 9 m entfernt zwei Sitzäste auf Augenhöhe. Die Vögel werden nicht angefüttert. Ein Gleitaar kam nach wenigen Minuten und blieb fast die ganze Zeit, ab und zu flog er kurz weg und kam wieder zurück, um 19:00 Uhr kam er mit einer erbeuteten Maus, flog dreimal damit wieder weg, Kontaktrufe, um 19:15 Uhr verzehrte er die Beute selbst.
Mittwoch, 07.05.
8:15 Uhr bis 12:15 Uhr: Zwergadler-Hide, für zwei Personen, zwei Ansitzstöcke auf Gestellen, die nach Bedarf platziert werden. Zehn Minuten von der Unterkunft. Ein Zwergadler erschien nach zehn Minuten, danach noch weitere zwei Male; ein Mäusebussard, mehrfach Schwarzmilan. Für eine Manguste ausgelegtes Futter wurde nicht angenommen, diese passierte gegen 11:00 Uhr den Hide im hohen Gras.
16:25 Uhr bis 19:30 Uhr: Bienenfresser-Hide, fester Hide für zwei Personen mit Gaze als Sichtschutz, eine künstliche Brutwand (aufgeschütteter Sandhaufen) in unmittelbarer Nähe, zwei variable Ansitzäste, 25 Minuten von der Unterkunft entfernt. Nur wenige Brutpaare in der Nähe (zwei bis drei), nur dreimal auf den Ästen sitzend.
Blick aus dem Steinadler-Hide
Donnerstag, 08.05.
08:00 Uhr bis 11:00 Uhr: Steinadler-Hide, 20 Minuten von der Unterkunft, auf 560 m üNN, zwei Zwei-Personen-Hides nebeneinander, nach Westen ausgerichtet. Fantastischer Blick vom Bergrücken in die Umgebung. Das Köderfleisch wird an drei Stellen auf dem 20 m davor liegenden Felsen platziert, sowie auf einem Ansitzstock.
Wegen Nebels erfolgte die Hinfahrt ca. eine halbe Stunde später als üblich. Gegen 8:30 Uhr erschien das Steinadler-♀, ca. 08:45 Uhr das Steinadler-♂. Die Adler flogen um 09:00 Uhr wieder ab, dann einige Mufflons in der Nähe. Zehn Minuten später flog ein Adler vorbei ohne zu landen. Gegen 09:30 Uhr erschien ein Fuchs, der das Gelände zehn Minuten intensiv nach Resten absuchte. Auf Anforderung wurde noch mal Fleisch nachgelegt. Gegen 10:15 erschien ein Adler, der mit einem größeren Stück nach wenigen Minuten abflog. Gegen 10:40 Uhr wieder ein Adler, der für eine Viertelstunde vor Ort fraß.
Zwischendurch flog öfter ein Schwarzmilan unmittelbar über dem Gelände in Augenhöhe, außerdem flogen mehrere Geier vorbei. Brauchbare Flugaufnahmen scheiterten lediglich an den schlechten Lichtverhältnissen.
16:15 Uhr bis 18:30 Uhr (ich): Blaumerlen-Hide, fester Hide an einer Felskante auf ca. 520 m üNN, für eine Person, zehn Minuten von der Unterkunft entfernt. In 5,5 m Entfernung befindet sich ein Loch im natürlichen Felsboden, in das Mehlwürmer eingefüllt werden. Das örtliche Paar kam praktisch sofort nacheinander und dann noch zwei weitere Male. Die Vögel stehen auf mit Flechten bewachsenem Fels vor einem Abgrund, immer dem Hide zugewandt.
16:30 Uhr bis 19:30 Uhr (Kollege): Gleitaar-Hide, ein Gleitaar saß bei Ankunft vor dem Hide, flog dann weg, Kopulationen in 150 m Entfernung in einem Baum, Rückkehr erst um 18:30 Uhr mit Nistmaterial, später mit einer Maus, die vor dem Hide an den Partner übergeben wurde.
Freitag, 09.05.
07:45 Uhr bis 11:30 Uhr: Steinadler-Hide (neuer Versuch), klare Sicht, aber bedeckter Himmel und damit sehr wenig Licht. Die Adler kamen wie am Vortag sehr schnell blieben aber nicht lange, später noch einmal das Steinadler-♂, das auch einige Flugrunden drehte, wegen schlechten Lichts enttäuschend, gegen 10:00 Uhr für ca. 45 min sonnig, aber nur noch ein Schwarzmilan und ein Kolkrabe, unmittelbar vor dem Hide ein Mittelmeer-Steinschmätzer, danach wieder stark bewölkt.
16:15 Uhr bis 18:30 (Kollege): Blaumerlen-Hide, wie Vortag.
El Millarón wird mit wenig Personal betrieben, ohne bzw. mit sehr bescheidenen Fremdsprachenkenntnissen. Die Eigentümerin/Geschäftsführerin Olimpia Oriol Ibarra, die gut Englisch spricht, war nicht anwesend. Sie hatte uns einige Tage vorher in einer eMail mitgeteilt, welche Hides verfügbar seien, vor Ort der „Pond Hide“ dann aber doch nicht. Wir hatten auch das Schwimmversteck angefragt, das zwar nicht auf dem Gelände der Finca liegt, aber mit Bildern daraus wird sogar auf der Eingangsseite des Webauftritts geworben. Leider wurde nicht klar deutlich, warum es nicht verfügbar war – nach eigener Inaugenscheinnahme des Sees wahrscheinlich, weil es sich einfach nicht gelohnt hätte. Der Bienenfresser-Ansitz wurde uns nicht berechnet.
Photoraptors
www.photo-raptors.com. Einmann-Unternehmen von Helios Dalmau aus Salorino, der mit einem Helfer (José) von dort in der westlichen Extremadura einige Fotoansitze betreibt. Gewohnt haben wir in den nächsten Tagen im Casa Rural Los Molinos in Salorino.
Samstag, 10.05.
abends: Ansitz auf Uhu, mit gestellter Blitzanlage in der Nähe zur portugiesische Grenze. 45 Minuten Fahrt (mit Helios) von der Unterkunft und knapp zehn Minuten Fußweg. Die Ansitzhütte für zwei Personen hatte einen Gaze-Sichtschutz. Für jeden Fotografen standen drei Godox-Blitzgeräte mit einem für die eigene Kameramarke passendem Funkfernauslöser zur Verfügung. Die Uhus wurden mit dem Abspielen von artspezifischen Rufen auf das Futter (ein Kaninchen, Fleischstücke) auf einem „Felsen“ vor dem Versteck aufmerksam gemacht. Helios hellte die Szene aus einem anderen Hide mit einer Taschenlampe auf. Die Sitzung begann ca. 15 Minuten nach Sonnenuntergang um 21:35 Uhr, bereits um 21:43 Uhr erschien der erste der beiden Uhus, danach gab es noch mehrere Anflüge, um 22:45 Uhr waren die letzten Futterreste aufgefressen und die Sitzung beendet. Bei knapp 400 Auslösungen hatte sich die Regenerationszeit der Blitzgeräte zum Schluss auf mehrere Sekunden verlängert.
Sonntag, 11.05.
morgens: Zwergadler-Hide für zwei Personen mit Spiegelglasscheibe, bei San Vincente de Alcantara, knapp 25 Minuten Fahrzeit (mit Helios) und fünf Minuten Fußweg. Beginn der Sitzung gegen 07:30 Uhr, tote Wachteln auf zwei Ansitzstöcken vor dem Hide, der Adler erschien um 07:40 und fraß den größten Teil einer Wachtel bis 8:30 Uhr, bevor er dann wegflog, um 10:00 Uhr abgebrochen. Die Ansitzstöcke waren zunächst von Bäumen beschattet, während der Hintergrund teilweise von der Sonne beleuchtet wurde. Erst gegen Ende traf Sonnenlicht auch den Vogel, der da den größten Teil der Wachtel bereits gefressen hatte, insgesamt eher unbefriedigende Lichtverhältnisse.
Von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr saßen wir in einem Zwei-Personen-Hide mit Spiegelglasscheibe vor einem schön gestalteten Wasserbecken auf Augenhöhe und einigen Ansitzstöcken. Hoffnung gemacht worden war uns auf einen Rotkopfwürger, es kamen jedoch ausschließlich Blauelstern.
Montag, 12.05.
morgens: Wanderfalken-Hide. Zunächst Fahrt mit dem Mietwagen nach San Vincente de Alcantara, 05:50 Weiterfahrt mit José im 4x4 ca. 45 Minuten und 15 Minuten Fußweg, nahe der portugiesischen Grenze auf 743 m üNN. Am Rand eines Berggipfels ein Hide mit Spiegelglas für zwei Personen, 15 Meter davor wurde auf einem exponierten Felsen eine lebende Haustaube angebunden. Beginn des Ansitzes um 07:00 Uhr. Ein Wanderfalken-♀ kreiste um 10:07 Uhr kurz über der Stelle und tötete dann die Taube. Nach mehreren vergeblichen Versuchen sie mitzunehmen fraß der Vogel daran bis 10:38 Uhr. Dann gelang es, den noch übrigen Rest größtenteils abzureißen und mitzunehmen. Nach unserer Anforderung über Whatsapp wurden wir um 11:25 Uhr wieder abgeholt.
abends: Ansitz auf Steinkauz mit gestellter Blitzanlage in San Vincente de Alcantara. Zwei-Personen-Hide mit Sichtschutzgaze in einem verwilderten großen Gartengrundstück in der Stadt, von 21:00 Uhr bis 22:30 Uhr. Verfüttert wurden Mehlwürmer auf einem „Ansitzast“ in 7 m Entfernung, zweimal nachgelegt. Der Kauz kam ca. 45 Minuten nach dem Abspielen von Lockrufen, insgesamt dreimal. Technik w.o.
Dienstag, 13.05.
Fahrt zum NP Monfragüe und durch die südlich gelegene Dehesa. Unterkunft: Hotel Perú in Trujillo.
Mittwoch, 14.05.
NP Monfrague: Sehr gute Gelegenheiten für Flugbilder von Gänsegeiern vom Castillio aus, aber auch vom Parkplatz gegenüber dem „Geierfelsen“.